Akustika Nürnberg 2026 – mein Rückblick als Aussteller

Vom 24. bis 26. April 2026 stand ich zum ersten Mal als Aussteller auf der Akustika in Nürnberg – einer der wichtigsten Musikmessen für Akkordeon und Harmonika in Deutschland. Gemeinsam mit Franz Schmidt von Schmidt Harmonikaerzeugung hatte ich einen Stand. Drei Tage Steirische Harmonika in geballter Form. Hier mein ehrlicher Rückblick: was gut lief, was beim nächsten Mal besser werden muss – und welche Begegnungen mir besonders im Kopf geblieben sind.

Warum ich überhaupt auf der Akustika war

Wer mich kennt, weiß: Ich betreibe mit Rhön Harmonika ein Fachgeschäft für Steirische Harmonika mit drei Standorten in Deutschland und gebe seit vielen Jahren Unterricht. Auf einer großen Fachmesse als Aussteller zu stehen, war für mich aber Neuland.

Die Akustika in Nürnberg ist eine reine Musikmesse für Streicher, Tasten, Blasinstrumente, Schlagwerk – und eben auch Akkordeon und Harmonika. Dass Akkordeon und Harmonika 2026 zum „Instrument des Jahres“ gewählt wurden, hat dem Ganzen zusätzlich einen schönen Rahmen gegeben.

Mein Stand war ein Gemeinschaftsstand mit Franz Schmidt von Schmidt Harmonikaerzeugung aus Weinitzen in der Steiermark. Eine Kombination, die für mich Sinn ergibt: Franz baut die Instrumente, ich verkaufe und unterrichte. So konnten Besucher direkt am Stand verschiedene Schmidt-Harmonikas anspielen und sich gleichzeitig zu Unterricht, Mietinstrumenten und allem rund um die Steirische beraten lassen.

Die schönste Überraschung: Eine Branche, die zusammenhält

Was mich am meisten überrascht hat, war die Atmosphäre zwischen den Ausstellern. Vorher hätte ich vermutet, dass jeder sein Ding macht und man sich höflich aus dem Weg geht. Schließlich sind wir alle in derselben Nische unterwegs.

Das Gegenteil war der Fall.

Vor Ort waren unter anderem:

  • Markus Brand vom Harmonika-Haus Silberbach in der Oberpfalz – einer der bekanntesten Spezialisten für LIMEX-MIDI-Systeme
  • Alois Müller, von vielen liebevoll „Alli“ genannt – der Tasten-Papst mit den unzähligen Keyboard-Videos auf YouTube
  • Loui Herinx aus der Nähe von Wien – Harmonika-Virtuose und Autor mehrerer Notenbücher für die Steirische
  • Zlatko Munda und Danijel Segula vom slowenischen Hersteller Munda
  • Kärntnerland Harmonika aus Österreich
  • Plus diverse weitere Aussteller rund um MIDI-Technik und Zubehör

Ab Nachmittag um drei waren Loui und ich oft mit einem Glas Wein oder Bier zwischen den Ständen unterwegs. Einfach mal hingestellt, gequatscht, genetzwerkt. Abends ging es gemeinsam essen – am Samstag mit fast allen Ausstellern an einem langen Tisch beim Italiener in der Nürnberger Innenstadt.

Diese ganze Steirische-Szene mal so geballt zu erleben und Zeit miteinander zu verbringen, war für mich der eigentliche Höhepunkt der drei Tage. Solche Gelegenheiten gibt es im Jahresverlauf nicht oft.

Wiedersehen mit meiner Community

Eine zweite große Freude war für mich, wie viele Mitglieder meiner Online-Community den Weg nach Nürnberg gefunden haben. Über meine Skool-Community tausche ich mich regelmäßig mit Harmonika-Spielern aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz aus – aber sich tatsächlich persönlich zu treffen, ist nochmal etwas ganz anderes.

Matthias zum Beispiel ist extra mit dem Zug aus der Schweiz angereist – inklusive zwei Stunden Aufenthalt mitten in der Nacht am Münchner Hauptbahnhof. Am gleichen Abend ist er wieder zurückgefahren. Sowas macht mich tatsächlich sprachlos.

Aus dem Allgäu, dem Spessart, aus Thüringen, Mittelfranken, Hessen – aus ganz unterschiedlichen Ecken sind Community-Mitglieder gekommen. Teilweise spontan, teilweise von langer Hand geplant. Genau für solche Begegnungen lohnt sich der ganze Aufwand einer Messe.

Eine schöne Überraschung am Rande: Aus meinem Heimatort Ifta in Thüringen waren zwei Zwillingsbrüder da, die ich noch aus Jugendtagen kenne. Beide singen seit Jahrzehnten im Duo. Stellt sich heraus, einer wohnt mittlerweile in Bamberg – also fast um die Ecke von meinem Wohnort in Lisberg in Oberfranken. Sowas plant man nicht, sowas passiert auf einer Messe.

Was gut lief – und was beim nächsten Mal besser werden muss

Bei aller Begeisterung möchte ich auch ehrlich sein: Ein paar Dinge haben nicht so funktioniert wie geplant.

Schnupperstunden für Anfänger

Eigentlich hatte ich vor, am Stand offene Schnupperstunden für Menschen anzubieten, die noch nie eine Steirische in der Hand hatten. Auf einer Messe mit so viel Lautstärke und Bewegung greift dieses Konzept aber nicht so wie gedacht. Die Besucher haben weniger Zeit als auf einem Seminar oder im Laden, und der Geräuschpegel macht ein konzentriertes Anspielen schwierig.

Vor allem aber muss ich selbstkritisch zugeben: Mein Stand war optisch nicht klar genug auf „Hier kannst du das lernen, sprich mich an“ ausgerichtet. Die Leute sind stehengeblieben, haben gestaunt wie schön die Instrumente klingen – aber der nächste Schritt fehlte. Beim nächsten Mal gehört da ein deutlicherer Aufruf hin: ein klares Schild, eine eindeutige Einladung, vielleicht eine kleine Ecke speziell zum Ausprobieren.

Das Gewinnspiel

Auch bei unserem Gewinnspiel – drei Monate kostenlose Harmonika-Miete im Wert von 210 Euro – ein ähnliches Bild. 18 Eintragungen sind in Ordnung, aber ich bin halt von Natur aus kein Marktschreier. Ich unterhalte mich gern in Ruhe mit Menschen, statt sie aktiv anzusprechen. Vielleicht muss man da beim nächsten Mal mit auffälligeren Hinweisen am Stand arbeiten.

Der körperliche Aspekt

Und dann ist da noch ein Punkt, den ich vorher unterschätzt hatte: Drei Tage neuneinhalb Stunden auf den Beinen, dauerhaft im Gespräch, mit der Geräuschkulisse einer vollen Messehalle drumherum. Das geht in die Knochen. Wer das schon mal gemacht hat, weiß was ich meine. Wer noch nie als Aussteller auf einer Messe stand: Plant Pausen ein. Wirklich.

Mein Fazit

Trotz aller Learnings überwiegt für mich klar das Schöne. Die Akustika war eine wertvolle Erfahrung – persönlich wie auch fachlich. Ob ich nächstes Jahr wieder als Aussteller dabei bin, lasse ich erstmal sacken. Eine Messe in dieser Größenordnung ist eine erhebliche Investition, und am Ende muss das Konzept stimmen, damit sich der Aufwand auch wirklich lohnt.

Was aber bleibt, sind die Menschen. Die Begegnungen am Stand. Die Gespräche zwischen den Hallengängen. Die gemeinsamen Abende.

P.S.: Der Dino

Eine Sache muss ich noch loswerden, weil sie mich das ganze Wochenende begleitet hat: In der Nacht von Freitag auf Samstag waren ein paar von uns Ausstellern noch auf einen Absacker in einem Hotel. Dort gab es eine Kinderspielecke. Und ich habe – sagen wir mal: in leicht beschwipstem Zustand – einen grünen Stoff-Dinosaurier mitgenommen.

Seitdem war der Dino überall dabei. Auf der Messe. Beim Abendessen. Am Stand. Auf jedem Foto irgendwo im Hintergrund. Wer mich an den drei Tagen besucht hat, hat ihn garantiert gesehen.

Ich glaube, der bleibt jetzt erstmal bei mir.


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