Mastermind in Osttirol – Drei Tage, die ich nie vergesse

Manchmal passiert etwas im Leben, das man nicht planen kann. Selbst wenn man es lange vorbereitet hat. So ging es mir an diesem Wochenende vom 14. bis 17. Mai 2026 im Refugium in Untertilliach.

Eigentlich hatte ich alles im Griff: Den Ablauf, die Einkaufsliste, die Workshops, die Zimmer, den Einzelunterricht. Was ich nicht eingeplant hatte: dass aus 20 fremden Menschen in drei Tagen eine Art Familie wird. Und dass ich heute, am Sonntagabend, mit einem weinenden Auge zu Hause sitze und denke: Das war das beste Mastermind-Wochenende, das ich je organisiert habe.

Aber von vorne.


Mittwochabend: Der Anfang einer Reise 🚗

Mit meiner Freundin Sonja bin ich schon Mittwochabend losgefahren. Auto vollgepackt mit Kühltaschen, Lebensmitteln für 20 Personen, Harmonikas, Kabeln, Workshop-Material und meiner Drohne. Übernachtet haben wir in Söll in Tirol – einfach um den Donnerstag entspannt angehen zu können.

Donnerstagmittag sind wir dann am Refugium angekommen. Schon beim Aussteigen wusste ich: Hier wird wieder etwas Besonderes passieren.

Witzige Begegnung: Der Stefan, Vater des Inhabers vom Refugium, war zufällig auf Durchreise und kam vorbei. Er kennt mich über Instagram, hat alle meine Videos gesehen und wollte einfach mal „Hallo“ sagen. So fängt ein Wochenende gut an. ✨


Donnerstag, 14. Mai: Ankunft im Schneetreiben 🏔️

Pünktlich um 16 Uhr trudelten die ersten Teilnehmer ein. Ein paar etwas später, weil sich jemand verfahren hatte oder das Wetter wirklich ekelhaft war – es hat den ganzen Tag fast durchgehend geregnet (oder geschneit). In der Zirbenstube habe ich allen den Ablauf erklärt, die Zimmerschlüssel verteilt, und dann ging es direkt los.

17 bis 19 Uhr: Einzelunterricht. Jeder bekommt bei der Mastermind 20 Minuten exklusive Zeit mit mir, mit straffem Timeboxing. Sonst geht der ganze Tagesplan flöten.

Abends gab es Chili con Carne mit frischem Baguette, gemeinsames Beisammensein in der Zirbenstube. Und dann passierte etwas, das ich so nicht geplant hatte: Meine Kaiser Harmonika mit versetzten Diskantsystem wanderte durch die Runde. Eine Harmonika, die selbst geübte Spieler ins Schwitzen bringt. Jeder hat probiert, jeder hat sich getraut, jeder hat gelacht.

Und als wir um Mitternacht aus dem Fenster geschaut haben? Es schneite wie verrückt. Mitte Mai. ❄️ Wir sind dann tatsächlich mit nackten Füßen durch den Schnee gerannt und haben auf der Terrasse „Leise rieselt der Schnee“ gesungen.

Solche Momente kann man nicht inszenieren. Die passieren einfach.


Freitag, 15. Mai: 30 cm Neuschnee und der erste Workshop 🌨️

Freitagfrüh aufgewacht, Vorhang aufgezogen – und draußen lagen 30 Zentimeter Neuschnee. Im Mai. In Osttirol. Die Bergspitzen rundherum frisch verzuckert.

Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück startete um 9 Uhr der erste Workshop„Ausdrucksstark spielen auf der Harmonika“. Das hatte sich die Gruppe selbst gewünscht. Wir haben an Dynamik gearbeitet, an Tempo, an Lautstärke. Wie kriege ich Emotionen ins Spiel? Wie führe ich den Zuhörer durch ein Stück, statt nur Töne abzuspulen?

Danach von 11 bis 13 Uhr Einzelunterricht – die zweite Runde.

Der Nachmittag war wegen des Wetters reine Indoor-Zeit, aber genau das hat den Charme ausgemacht. Die einen waren in der Sauna, die anderen haben Karten gespielt, einige saßen zusammen und haben einfach musiziert. Diese lockere Wohnzimmer-Atmosphäre, die man nicht erzwingen kann – die war einfach da.

Abends Grillabend in der Industrieküche (das Wetter war ja keine Option für draußen). Und dann hat der Frank sein Akkordeon ausgepackt und mächtig unterhalten. Die Regina ist eingestiegen, ich habe später das Cajon dazu gespielt. Spontanes Konzert in der Zirbenstube, kein Drehbuch, einfach aus der Lust heraus. 🎶


Samstag, 16. Mai: Der Tag, an dem alles zusammenkam 🥾

Nach dem Frühstück der zweite Workshop: „Bassläufe auf der Harmonika“. Wieder mit konkreten Übungen, die jeder direkt mitnehmen konnte. Auch hier merkt man: Wenn die Gruppe stimmt, springen die Funken anders.

Danach 11–13 Uhr Einzelunterricht, letzte Runde. Und dann kam der Moment, der für mich das ganze Wochenende auf einen Punkt gebracht hat.

Beim Frühstück hatte ich vorgeschlagen, dass wir am Nachmittag gemeinsam zum Pragser Wildsee wandern fahren. Eines der schönsten Bergseen der Dolomiten, knapp 1 Stunde vom Refugium entfernt. Und was passierte? Alle 20 Teilnehmer haben mitgemacht. Alle. 🚙🚙🚙

Letztes Jahr war das nicht so. Da gab es kleinere Grüppchen, jeder hat etwas anderes gemacht. Dieses Jahr waren wir wirklich eine Einheit. Wir sind in Kolonne mit mehreren Autos rüber in die Dolomiten gefahren, sind um den See gewandert, haben nach einem kleinen Abstecher Pause auf einer Hütte gemacht. Ungefähr 7 Kilometer insgesamt.

Und dann der Gänsehaut-Moment: Stephan hatte sein Alphorn dabei. 🎺 Er hat dort oben in den Dolomiten, mitten in der Landschaft, ein Lied gespielt. Das vergisst niemand, der dabei war. Ich kriege heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Zurück im Refugium gab es die DIY-Burger-Station – jeder baut seinen Burger so, wie er ihn am liebsten mag. Mit frisch frittierten Pommes. Und der Abend? Wieder Zirbenstube, wieder Musik, wieder Lachen, weit nach Mitternacht. 🍔


Sonntag, 17. Mai: Abschied mit weinendem Auge 🌅

Heute Morgen das letzte gemeinsame Frühstück. Danach haben wir alle zusammen aufgeräumt, klar Schiff im Chalet gemacht, die Zimmer ordentlich übergeben. Gemeinsam. Niemand musste gefragt werden, jeder hat mit angepackt.

Ich habe noch ein paar Testimonials gedreht, dann das große Gruppenfoto vor dem Refugium. Und dann hieß es: Abschied.

Ein Teilnehmer – Ulf, alle nennen ihn „Spreebalg“ – hat zu mir gesagt: „Das ist mein Highlight im Jahr.“ Wenn du sowas hörst, von einem Menschen, der gerade drei Tage mit dir und der Gruppe verbracht hat, dann weißt du, dass das hier richtig ist.


Was dieses Wochenende so besonders gemacht hat 💚

Das Chalet kannte ich. Den Ablauf auch. Das Geheimnis dieser Mastermind waren die Menschen.

20 unterschiedliche Charaktere. Viele, die sich vorher noch nie gesehen hatten. Aus ganz Deutschland angereist, aus verschiedenen Welten, mit verschiedenen Geschichten. Und nach drei Tagen fühlte sich das an wie eine große Familie.

Wir haben gemeinsam musiziert, gemeinsam gekocht, gemeinsam gelacht, gemeinsam gefroren, gemeinsam gewandert. Wir haben uns gegenseitig inspiriert. Lehrreich war es, lustig war es, und vor allem menschlich.

Genau dafür mache ich das. Ich glaube fest daran, dass man mit Musik und mit echten Begegnungen das Leben für ein paar Menschen ein Stückchen besser machen kann. Und dieses Wochenende war wieder einer dieser Momente, in denen ich genau weiß: Das hier ist richtig. ❤️


Die nächste Mastermind: September 2026 🍂

Ich wurde an diesem Wochenende mehrfach gefragt, ob es 2027 wieder eine Mastermind gibt. Ehrliche Antwort: Das kann ich heute noch nicht versprechen. Ich habe für nächstes Jahr ein paar Ideen im Kopf, die anders aussehen könnten.

Was ich aber sicher sagen kann: Im September 2026 gibt es nochmal eine Mastermind in Tilliach.

📅 17.–20. September 2026 | Refugium Tilliach, Osttirol | max. 20 Teilnehmer

Eine Herbstedition, wenn die Bergwälder rundherum in Rot, Gold und Orange leuchten. Genauso intensiv, genauso persönlich. Aktuell sind noch ein paar Plätze frei.

Wer also nach dem Lesen dieses Beitrags denkt: „Beim nächsten Mal will ich dabei sein“ – das nächste Mal ist im September. 👉 [Alle Infos und Anmeldung findest du hier]


Wenn du Lust auf einen Eindruck hast, schau gerne mal auf meinen Instagram-Kanal @adrian.rhoenharmonika – da werden in den nächsten Wochen viele Bilder und Eindrücke vom Wochenende landen. 📸

Bis bald in den Bergen,

Adrian